Recherche-Werkstatt zum ehemaligen Aufnahmelager in Tambach-Dietharz

Thüringen ist geprägt durch Migration – nicht erst seit gestern. Sichtbare und unsichtbare Migrationen, gefeierte und problematisierte Migrationen, geförderte und verhinderte. Das hat Spuren hinterlassen, und prägt Orte und Menschen auch heute. Das gilt auch für Rassismus. Rassistische Gewalt und rassistische Strukturen sind heute so präsent wie früher. Selbstorganisation von Betroffenen und Widerstand gegen Rassismus sind ein zentraler Teil dieser Geschichte. Wir wollen von diesen Erfahrungen für heutige Auseinandersetzungen lernen.

Im Wald bei Tambach-Dietharz befand sich nach der deutschen Vereinigung ab 1991 das erste Aufnahmelager für Asylsuchende in Thüringen. Mit diesem Ort des strukturellen Rassismus und der Selbstorganisation der dort Untergebrachten wollen wir uns in einer Recherchewerkstatt auseinandersetzen. Wir wollen Erfahrungen austauschen, mit Menschen sprechen, die in diesem Lager gelebt und gekämpft haben und uns Dokumente von damals anschauen. Wir wollen einen Raum schaffen, in dem Menschen, die zwischen 1991 und 2003 in der Asylunterkunft am Neuen Haus gewohnt haben, und junge Menschen mit Migrations- oder Fluchtbiografien sowie weitere Interessierte ihre Erfahrungen und ihr Wissen teilen können:

Wie lebten die Menschen, die vor 30 Jahren als Asylsuchende in Thüringen ankamen, in dem abgelegenen Lager mitten im Thüringer Wald? Wie und wogegen protestierten sie und was hat sich bis heute nicht verändert? Was lässt sich von ihren Protesten lernen für heutige Kämpfe gegen Rassismus?

Datum:24./25.09.2022 & 08./09.10.2022
Alter:Ab 16 Jahre
Gruppengröße:offen
Ort:Übernachtung in Waltershausen & *TBA* ; Exkursionen nach Suhl/Gotha/Tambach-Dietharz
Kosten:40 € (kontaktiert uns bitte, falls der Preis ein Problem für euch ist)
Anreise:Anreise individuell nach Jena
weitere (Barriere-)angaben:– In deutscher und englischer Lautsprache, Flüsterübersetzungen nach Absprache möglich